Wir alle fühlen. Jede und jeder weiss, was es heisst, zu fühlen. Oftmals sind Gefühle aber schwer einzuordnen. Woher kommen sie? Wie ist mit ihnen umzugehen? Sollen Sie negative Emotionen unterdrücken oder überspielen? Wie kann man mit Gefühlen anderer umgehen? All diese Fragen werfen das Thema der emotionalen Intelligenz auf. Dieser Beitrag ist der erste einer vierteiligen Serie zu den verschiedenen Komponenten der Emotionalen Intelligenz. Dieser erste Teil wird Ihnen einen groben Einblick ins Thema geben und Ihnen helfen, die darauf folgenden Teile einzuordnen und deren Anwendungsbereiche zu verstehen.
In seinem Buch Organizational Behavior definiert Stephen P. Robbins Emotionale Intelligenz als Fähigkeit, emotionale Hinweise und Informationen richtig wahrzunehmen und richtig mit den verstandenen Emotionen umgehen zu können. Noch kürzer gefasst, lernt man die eigenen Emotionen zu erkennen und mit ihnen umzugehen.
„The ability to detect and to manage emotional cues and information“ - Stephen P. Robbins
Menschen, die ihre eigenen Emotionen verstehen, sind in der Regel auch besser in der Lage, die Emotionen anderer richtig zu deuten und können ihnen dementsprechend helfen oder zumindest Rücksicht auf die jeweiligen Gefühlslagen nehmen. Wenn Sie wissen, weshalb Sie wütend sind und wie Sie damit umzugehen haben, werden Sie Ihren Zorn schneller wieder los, ohne gross gegen gesellschaftliche Normen zu verstossen und andere physisch oder psychisch zu verletzen.
Es gibt einige Studien, die nachweisen, dass die emotionale Intelligenz eine grossen Einfluss auf die Arbeitsleistung hat. Beispielsweise zeigte eine Studie von M. Seo & L. F. Barret „Being Emotional During Decision Making—Good or Bad? An Empirical Investigation“, dass Personen, die ihre Emotionen gut deuten konnten und damit umzugehen wussten, profitablere Investitionsentscheidungen trafen als solche, die ihre Emotionen weniger gut begreifen konnten. Eine weitere Studie von F. I. Greenstein, die die amerikanischen Präsidenten durch sechs verschiedene Komponenten auf ihre Effektivität prüfte, zeigte, dass Präsidenten mit einer ausgeprägteren emotionalen Intelligenz wie JFK erfolgreicher waren. Die Befunde dieser Studien decken sich mit einem in der Privatwirtschaft zunehmend beobachtbarem Trend, dass eine hohe emotionale Intelligenz in Führungspositionen eine wesentliche Rolle spielt.
Sei es mit Mitarbeitern oder Stakeholdern, in Führungsrollen geht es zunehmend nicht mehr darum, einzelne Arbeitsschritte auszuführen, sondern soziale Kontakte zu knüpfen und diese zu pflegen. Auch müssen sich Führungskräfte in die Rollen anderer versetzten, denn nur so können sie die Gefühle anderer erahnen und frühzeitig auf dieses einwirken. Eine ausgeprägt emotionale Intelligenz ist in Führungsrollen von grossem Vorteil und kann sicherlich zu einigen Erfolgen beitragen.
Auch wenn dies sehr vielversprechend klingt, bleiben viele Fragen in dem Forschungsfeld bislang ungeklärt. Es ist auch miteinzubeziehen, dass die emotionale Intelligenz nur sehr schwer messbar ist. Oftmals wird diese anhand von Selbstevaluationsberichten erfasst, die natürlich rein subjektiv sind.
Zum Schluss stellen wir uns die Frage, in welchen alltäglichen Bereichen die emotionale Intelligenz konkret weiterhelfen kann. Hier finden Sie einige Beispiele, in denen Ihre emotionale Intelligenz von Nutzen sein kann: